Alles.


Okay, das war ein bisschen knapp für einen ganzen Blogbeitrag. Also kommt hier die ausführlichere Version:
Es steht außer Frage, dass Autorinnen und Autoren so viel wie möglich lesen sollten, um sich auf diese Weise mit Inspiration und Einblicken in das Schreibhandwerk zu versorgen. Genauso fraglos wird diese Aufgabe wohl für die meisten Autorinnen und Autoren überhaupt keine Aufgabe, sondern ein Vergnügen und eine Selbstverständlichkeit sein.


Trotzdem lohnt es sich, sich ein wenig mit der Frage zu beschäftigen, was genau Autor*innen lesen sollen, um das meiste aus ihrer Lektüre für das eigene Schreiben herauszuholen. Man kann diese Frage wie oben schlicht und schnell mit „Alles!“ beantworten und das wäre auf jeden Fall richtig, denn es lohnt sich, nicht nur im eigenen Genre zu lesen, sondern querbeet zu den unterschiedlichsten Büchern zu greifen und auch solche zu lesen, die aus verschiedenen Kulturen und verschiedenen Zeiten stammen und sich mit Themen beschäftigen, zu denen wir noch keinen Zugang haben.
Um so eine Vielfalt zu erreichen, hilft es, bei der Bücherauswahl ein bisschen strategisch vorzugehen.


Klassiker


Soll man die Klassiker kennen? Eindeutig ja. Und zwar vor allem die Klassiker im eigenen Genre. Wenn man beispielsweise Horror, historische Romane oder Steampunk schreibt, dann sollte man die Bücher kennen, mit denen dieses Genre begründet wurde.


Aktuelle Bücher


Ebenso ist es wichtig einige aktuelle Bücher aus dem eigenen Bereich kennen, um über aktuelle Entwicklungen und Tendenzen auf dem Laufenden zu sein. (Ich schreibe „einige“, weil es bei der Flut der veröffentlichten Bücher natürlich unmöglich ist, alle zu kennen.). Hier kann man sich wieder auf sein eigenes Genre konzentrieren.
Ich finde aber auch die Idee von Austin Kleon ansprechend, der vor einiger Zeit in seinem Newsletter schrieb, dass er jedes Jahr einen Titel von der Bestsellerliste liest, egal, um welche Art Roman es sich handelt.

Recherchebücher

Recherchebücher liefern einerseits das notwendige Faktenwissen, das man für das eigene Werk braucht. Andererseits zählen zu dieser Kategorie auch die Bücher, die ein ähnliches Thema oder Motiv haben und als Anschauungsmaterial genutzt werden können, um zu sehen, wie andere mit diesem Thema oder Motiv verfahren sind. Gleiches gilt für den schreibhandwerklichen Bereich. Wenn man zum Beispiel mehrere Erzählstimmen verwendet, schaut man sich multiperspektivisch erzählte Romane an – das fällt dann auch in die Rubrik Recherchebücher.

Konkurrenztitel

Schließlich gibt es noch die Bücher, die in Konkurrenz zum eigenen Werk stehen. Sie gehören zum selben Genre und haben ein ähnliches Thema. Sie sollte man auf jeden Fall kennen, um zu erkennen, worin das eigene Buch ihnen ähnelt und wodurch es sich von den anderen Titeln abhebt. Spätestens wenn man eine Agentur oder einen Verlag sucht, muss man sein eigenes Buch in den bestehenden Markt einordnen und zu den Konkurrenztiteln in Beziehung setzen können. Selfpublisher brauchen dieses Wissen, um ihre Marketingstrategie gestalten zu können.

Strategie statt Spaß?

Soll man also immer genau überlegen, was man als Nächstes liest und nicht mehr einfach nach dem Buch greifen, auf das man Lust hat? Das wäre ja furchtbar! Man kann bei der Bücherauswahl ein bisschen strategischer vorgehen und trotzdem nicht den Spaß verlieren. Zum Beispiel kann man sich vornehmen darauf zu achten, innerhalb eines Jahres aus jeder Kategorie zwei Bücher zu lesen. So bleibt noch Zeit für jede Menge anderer Bücher. Außerdem werden auch solche Bücher, zu denen man ohne strategischen Hintergedanken greift, häufig in eine der vier Kategorien gehören.

About the Author Pia

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