Die stille Stunde: Gemeinsam schreiben, jeder für sich

Die stille Stunde: Gemeinsam schreiben, jeder für sich

Viele kennen das Phänomen: Es ist ein großer Unterschied, ob man alleine für sich schreibt oder ob andere in der Nähe sind, die ebenfalls schreiben. Wenn man nicht einsam zu Hause am Schreibtisch sitzt, sondern beispielsweise einen Workshop mit einer ausgedehnten Schreibphase besucht, dann ist es sehr oft so, dass das Schreiben leichter fällt, es fließt besser, man gibt nicht auf, um etwas zu googeln oder zum Kühlschrank zu gehen. Man könnte auch sagen, man ist inspirierter.

Diesen Zustand kann man sich auch nach Hause holen. Im englischsprachigen Raum gibt es Treffen für Autor*innen, die sich „Silent Writing“ nennen. Das Konzept ist umwerfend schlicht: Man trifft sich zu einer verabredeten Zeit, setzt sich gemeinsam hin und jede*r schreibt für sich am eigenen Projekt.

Wie Silent Writing funktioniert

Die Texte werden nicht vorgelesen und besprochen, es gibt weder Hilfestellungen noch Feedback. Am Anfang kann eine blitzschnelle Vorstellungsrunde durchgeführt werden und am Ende erzählt, wer mag, wie das Schreiben gelaufen ist. Mehr Reden gibt es nicht, es ist ein Arbeitstreffen.

Jeder Teilnehmer ist willkommen, was man schreibt und wie lange man schon schreibt, spielt überhaupt keine Rolle.

Diese Treffen, die ausschließlich dem Schreiben gewidmet sind, sind ideal für alle, denen es schwerfällt, an den Schreibtisch zu gehen und mit dem Schreiben zu beginnen. Man bekommt das Geschenk einer geschützten, ruhigen Stunde, in der man sich besser als gewöhnlich konzentrieren kann. Die Gemeinschaft ist ein sicherer Ort, weil es keine Kritik gibt und alle das gleiche machen. Außerdem übt sie sanften Druck aus, weil man genau weiß, dass alle Teilnehmer*innen jetzt schreiben.

Schreiben ohne Kampf

Zusammen mit meiner Accountability-Gruppe habe ich ausprobiert, wie es wirkt, wenn man auf diese Weise gemeinsam schreibt. Wir treffen uns online und das aufgrund der Zeitverschiebung für mich zu einer nachtschlafenden Zeit. Obwohl ich nie auf die Idee käme, Mitternacht als meine beste Schreibzeit zu betrachten, obwohl ich nicht vorbereitet hatte, wie ich weiterschreiben wollte, haben unsere Silent-Writing-Treffen hervorragend funktioniert. Ich habe deutlich mehr geschrieben als gewöhnlich und das, ohne mit mir kämpfen zu müssen.

Neu: Die stille Stunde

Nachdem das Silent Writing mit meiner nächtlichen Accountability-Gruppe so wunderbar funktioniert, möchte ich weitere Treffen zu einer normaleren Zeit organisieren. Die Treffen finden online über ZOOM statt. Während des Schreibens kann man entweder die Kamera anlassen, um das Gefühl eines Präsenztreffens zu stärken, sie anlassen ohne im Bild zu sein oder sie einfach ausschalten, bis die Schreibzeit abgelaufen ist. Die Treffen sind kostenlos.

Los geht es am Mittwoch, dem 25. November 2020 um 20:30 Uhr. Geplant ist es, 60 Minuten zu schreiben. Wer dabei sein möchte, schickt mir eine Nachricht an post @ piahelfferich.de und ich schicke dann den ZOOM-Link.

Fragen könnt ihr gerne in den Kommentaren stellen oder mir eine Nachricht schicken.

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